Beziehungs-los?

Vor einigen Jahren hat eine Untersuchung mich aufhorchen lassen. Die Meldung war: Unsere Städte vereinsamen! Laut Statistik gibt es in Deutschland immer öfters Städte, in denen es mehr Singelhaushalte gibt als alle WGs, Pärchen- und Familienwohnungen zusammen! D.h. der Durchschnitts-Städter lebt heute oft alleine. So glaube ich, dass es in Deutschland zunehmend eine Beziehungsarmut geben wird. Es ist heute leicht, 500 Freunde auf Facebook zu haben und dennoch keinen zum Reden zu finden…

In unseren Gemeinden in Deutschland sprechen wir gerne über relevante Arbeit. Doch was ist heute wirklich relevant? Was sind zurzeit wirklich die Nöte der Menschen? Ich glaube, dass sich in Zukunft Menschen weniger für Events interessieren – davon bietet nämlich die Unterhaltungsindustrie schon genug und lässt die Menschen dennoch leer und einsam zurück. Das, nach was sich die Menschen vermehrt sehnen, sind vielmehr tiefe und echte Beziehungen. Die Frage ist daher: welchen Stellenwert geben wir Beziehungen in unseren Gemeinden? Wie richten wir unsere Arbeit danach aus, dass diese gefördert und gelebt werden können, auch zu Menschen außerhalb unserer Gemeinden?

Wir bei Dreiraum Karlsruhe sind deshalb gerade dabei unsere Vision diesbezüglich etwas anzupassen. Das schöne bei Beziehung ist aber, dass dafür nicht unbedingt eine ausgeklügelte Gemeindearbeit oder eigenes Jugendmissionswerk notwendig ist, denn Beziehung fängt immer bei mir an. Vielleicht ist da ein Nachbar oder Arbeitskollege, der nicht so viele Kontakte hat? Vielleicht möchte uns Gott ja diese Woche jemand besonders aufs Herz legen, mit dem wir noch mehr Beziehung knüpfen können. Vielleicht kann so noch mehr ein Stück von Gottes Realität in das Leben von einzelnen Menschen kommen. Denn das, was wir letztlich mit in den Himmel bringen werden, wird nichts von unserem Besitz oder Geld sein, nein es werden Beziehungen sein…